Wir stellen vor: Barbara Hans

Barbara Hans, Stellvertretende Chefredakteurin SPIEGEL ONLINE

Wer bist du und was machst du? Stelle dich bitte kurz vor!

Ich bin als Hospitantin zu Spiegel Online gekommen, wurde Volontärin, Redakteurin, Ressortleiterin und arbeite nun als Stellvertretende Chefredakteurin. Parallel war ich Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hamburg, Dozentin an der Akademie für Publizistik und Academic Fellow an der Columbia University Graduate School of Journalism. Mich treibt die Frage um, wie man Geschichten am besten erzählt, welche Möglichkeiten der digitale Journalismus uns bietet und wie Zeitdruck und die Ansprüche an eine Recherche am besten überein zu bringen sind. Ich engagiere mich für das Dart Center for Journalism, das Medienethik und journalistische Praxis zusammenbringt.

Bezogen auf dein Forschungs- bzw. Arbeitsfeld: Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich durch den Umbruch der Digitalen Gesellschaft?

Mein Arbeitsfeld ist ohne die digitale Gesellschaft nicht denkbar. Meine ersten Artikel habe ich auf Disketten in die Redaktion gefahren, das Modem in der Redaktion war zu lahm. Es tutete – und versagte. Regelmäßig. Mit digitalem Journalismus hatte das nichts zu tun. Auch die ersten Reporter-Einsätze für Spiegel Online wurden durch die Suche nach einem Internet-Cafe mitunter erschwert. All das ist inzwischen fast Folklore. Die digitale Gesellschaft ist mein Arbeitsfeld, und es ist ein großartiges. Für uns Journalisten bedeutet das auch: Nachrichten allein sind keine Währung. Und, ob es uns passt oder nicht (und vielen Journalisten passt es erst einmal nicht): Wir müssen uns viel stärker als bislang mit dem Nutzer auseinandersetzen. Das verändert den Beruf. Und es macht ihn spannender. Einen Elfenbeinturm kann sich der Journalismus nicht mehr leisten.

Der Titel der Vortragsreihe lautet „InnovationCity2030“. Lass uns in die Zukunft schauen. Wo geht die digitale Reise hin?

Menschen werden noch seltener als bislang einen Rechner anwerfen, um abends im Netz zu surfen. Die Zeiten sind vorbei. Die Nutzung erfolgt mobil und das stellt uns vor journalistische Fragen und Fragen der Vermarktung. Wir müssen viel stärker als bislang Programm machen, wir müssen den Nutzer noch stärker in den Blick nehmen: Was will er? Wann? Und von wem? Und was bedeutet das für uns?

Barbara Hans hält am 07.05.2015 ihren Vortrag über Digitales Storytelling.

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