Wir stellen vor: Stephanie Neumann

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Wer bist du und was machst du? Stelle dich bitte kurz vor!

Ahoi, ich bin Stephanie Neumann, Fotografin und Interaction Designerin (M.A.) mit Interesse an Orten, Erinnerungen und Interfaces zwischen der analogen und digitalen Welt, www.werkstadt.net. Geboren im Berliner Volkspark Friedrichshain, aufgewachsen als Großstadtindianer. Arbeit für Agenturen in Berlin, Frankfurt/Main und New York. Seit Oktober 2014 bin ich am Urban Complexity Lab (http://uclab.fh-potsdam.de) und beginne mit der Promotion zum Thema Erinnern und Vergessen im Digitalen Kontext. Daneben bastel ich mit einem Freund an www.bertaberlin.de, einem kritischen Statement zu Wert, Einzigartigkeit und Konsum von Musik im Digitalen Zeitalter.

Bezogen auf dein Forschungs- bzw. Arbeitsfeld: Welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich durch den Umbruch der Digitalen Gesellschaft?

Es stellt sich weiterhin die Frage, wie wir leben wollen. Um die Komplexität vieler uns umgebender Themen zu erfassen, zu bewerten sowie Prozesse der Partizipation zu gestalten, ist es immer wichtiger geworden, trans- und interdisziplinär zu agieren. Als Konsequenz bilden sich verstärkt Labs und Think Tanks, die diese Verzahnung von Kompetenzen anstreben. Das gemeinsame Vokabular und die Sensibilität den jeweils anderen Disziplinen gegenüber bildet sich in der Regel erst sukzessive heraus. Das ist anstrengend. Das dauert (zunächst) länger. Doch es lohnt sich.

Bezogen auf mein aktuelles Forschungsthema: Der Umgang mit Erinnerung hat sich mit der Digitalisierung und der Möglichkeit der permanenten Speicherung und Wiederabrufbarkeit grundlegend verändert. Heute können theoretisch in jeder Situation Töne und Bilder digital aufgenommen und gespeichert werden. Das Verhältnis von Dokumentation und Erleben scheint dabei diametral auseinanderzugehen – je mehr jemand dokumentiert, desto weniger vermag er den Moment zu erleben. Wie wandeln sich Erinnern und Vergessen im digitalen Kontext? Welche Möglichkeiten bestehen für das aktive Vergessen im Digitalen – wie kann das Wesentliche wieder herausgestellt werden inmitten des Datenwusts?

Der Titel der Vortragsreihe lautet „InnovationCity2030“. Lass uns in die Zukunft schauen. Wo geht die digitale Reise hin?

Manchmal weiß ich noch nicht mal so genau, was bei mir nächste Woche los ist. Ich bin da eher zurückhaltend, was Zukunftsprognosen angeht. Wir denken oftmals, dass sich vieles signifikant ändern wird; die tatsächlich eintretenden Veränderungen sind dann eher übersichtlich. 2030 werden sich die Vorzüge der Digitalisierung voraussichtlich in unserer Arbeitswelt mit flexiblen Arbeitsorten und Zeiten noch stärker etabliert haben. Im Gegensatz zur CD wird es die Schallplatte immer noch geben. Das Internet der Dinge wird sich stärker in unser Leben eingewoben haben. Auch die Singularity Frage wird uns weiter umtreiben – haben wir die Technik noch unter Kontrolle oder haben wir den Moment, an dem wir darauf noch Einfluss nehmen können, bereits verpasst? Und ok, vielleicht irre ich mich auch und wir haben 2030 unsere Gehirne miteinander verschaltet und wissen die Antworten schon während wir fragen.

Stephanie Neumann hält am 26.03.2015 ihren Vortrag mit dem Titel „Fummel da jetzt nicht rum! Interventionen und Eisbrecher in anonymen Nachbarschaften“.

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